Absinth (60 %):
Spirituose, mit Farbstoff: Absinthe, Absinth oder Absinth (es werden die unterschiedlichsten Schreibweisen gebraucht) wird auch die grüne Fee genannt. Es handelt sich um einen hochprozentigen Likör, der vor allem von den Blättern des oberen Teils des Pflanzenwermuts (Artemisia Absintium) und einigen anderen Kräutern gewonnen wird. Die ursprüngliche Verwendung von Absinth war medizinischer Natur - Wermut wirkt gegen Fieber, Magenverstimmungen und Prostataleiden.
Herkunftsland: Frankreich
Aus offenkundig wirtschaftspolitischen Erwägungen heraus wurde Absinth zu Beginn des 20. Jahrhunderts in großen Teilen Europas verboten. Offiziell wurde das im Absinth enthaltene Thujon, das in hohen Dosen hallozinogen wirkt und als Psychodroge gilt, dafür verantwortlich gemacht.
Seit 1998 ist die Verarbeitung thujonhaltiger Pflanzen und Pflanzenteile wieder erlaubt. Zu beachten sind hier jedoch vorgeschriebene Höchstgehalte an Thujon, die 10 mg/kg bei einem Alkoholgehalt von 25 % Vol. nicht überschreiten dürfen. Zu den berühmtesten Absinth-Trinkern gehörten Oscar Wilde, Ernest Hemmingway, Vincent van Gogh, Pablo Picasso und viele andere, die einen Großteil ihrer Schaffenskraft auf den Genuss von Absinth zurückführen. Absinth wird nie unverdünnt getrunken (60 % vol.!) und die Liste der Trinkrituale und Rezepte ist lang.
Traditionelles Tschechisches Trinkritual:
Es werden 2 cl Absinth in ein Glas gegeben. Dann wird ein Teelöffel mit gehäuftem Kristallzucker so in den Absinth getaucht, dass der Zucker auf dem Löffel bleibt und sich mit Absinth vollsaugt. Nun wird der Zucker entzündet und karamelisiert durch die Verbrennung. Nachdem die Flamme erloschen ist, wird der Zucker im Absinth verrührt und anschließend mit eiskaltem Wasser im Verhältnis 1:1 verdünnt.
Klassisches Trinkritual:
Es werden ca. 2 cl in ein Absinth-Glas gegeben. Darauf legt man einen Löffel mit ein bis zwei Stück Würfelzucker, der ganz langsam mit Wasser übergossen wird. Nach einiger Zeit hat sich der Zucker aufgelöst und es wird soviel Wasser dazu gegossen, bis der Absinth den gewünschten Geschmack erreicht hat.
Absinth:
Absinth, auch Absinthe oder Wermutspirituose genannt, ist ein alkoholisches Getränk, das traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel sowie einer je nach Rezeptur unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter hergestellt wird. Bei einer sehr großen Anzahl von Absinthmarken ist die Spirituose von grüner Farbe. Deswegen wird Absinth gelegentlich auch die grüne Fee (französisch: la Fée Verte) genannt. Der Alkoholgehalt liegt üblicherweise etwa zwischen 45 und 75 Volumen-Prozent und ist demnach dem oberen Bereich der Spirituosen zuzuordnen. Aufgrund der Verwendung bitter schmeckender Kräuter, insbesondere von Wermut, gilt Absinth als Bitterspirituose, obwohl er selbst nicht notwendigerweise bitter schmeckt.
Absinth wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert im Val de Travers im heutigen Schweizer Kanton Neuenburg (Neuchâtel), als Heilelixier hergestellt. Große Popularität fand diese Spirituose, die traditionell mit Wasser vermengt getrunken wird, jedoch in der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert in Frankreich. Zu den berühmten Absinth-Trinkern zähl(t)en unter anderem Vincent van Gogh, Paul Gauguin, Edgar Allan Poe, Henri de Toulouse-Lautrec, Oscar Wilde, Charles Baudelaire, Ernest Hemingway, Brian Warner.
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand das Getränk in dem Ruf, aufgrund seines Thujon-Gehaltes abhängig zu machen und schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich zu ziehen. Bereits im Jahre 1915 war das Getränk in einer Reihe europäischer Staaten und den USA verboten. Moderne Studien haben den Verdacht der Schädigung durch Absinthkonsum nicht nachweisen können; die damals festgestellten gesundheitlichen Schäden werden heute auf die schlechte Qualität des Alkohols und die hohen konsumierten Alkoholmengen zurückgeführt. Seit 1998 ist Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich. Auch in der Schweiz sind seit 2005 die Herstellung und der Verkauf von Absinth wieder erlaubt.
Verwendete Kräuter:
Außer Wermut (Artemisia absinthium) enthält in Frankreich und der Schweiz hergestellter Absinth noch Anis und Tujon.
Strukturformel des Inhaltsstoffs Thujon:

Herstellung:
Bei der Herstellung werden Wermut und ein Teil der Zutaten wie etwa Anis und Fenchel in Neutralalkohol oder Weinalkohol mazeriert (eingeweicht) und anschließend destilliert. Die Destillation trägt dazu bei, die starken Bitterstoffe des Wermuts abzutrennen. Diese sind weniger flüchtig als die Aromastoffe und bleiben bei der Destillation zurück.
Einige der heute hergestellten Absinthe werden mit Lebensmittelfarbe künstlich eingefärbt.
Herkunft des Namens Absinth ist die Eindeutschung des französischen absinthe, das ursprünglich nur Wermut bedeutete. Es geht zurück auf die lateinische und die griechische Bezeichnung für Wermut, absinthium und ἀψίνθιον (apsinthio). Wermut als Heilmittel
Trinkweisen und -rituale:
Ähnlich wie die Anis-Spirituosen Pastis, Raki oder Ouzo wird Absinth grundsätzlich nicht pur getrunken, sondern mit Wasser verdünnt. Die meisten Absinthtrinker wählen ein Mischungsverhältnis von mindestens 1:3.
Die Schweizer Trinkweise ist dabei die am wenigsten etablierte. Bei ihr werden lediglich zwei bis vier cl Absinth mit kaltem Wasser vermischt. Auf Zucker wird verzichtet, da die in der Schweiz getrunkenen Absinthe grundsätzlich weniger bitter waren als die französischen.
Das Feuerritual, auch tschechische Trinkweise genannt, ist historisch nicht mit dem Absinthkonsum verbunden. Es wurde in den 1990er Jahren von tschechischen Absinthproduzenten entwickelt, um den Genuss des Getränks attraktiver zu machen. Dazu werden ein bis zwei mit Absinth getränkte Würfelzucker auf einen Absinthlöffel gelegt und angezündet. Sobald der Zucker karamellisiert und Blasen wirft, werden die Flammen gelöscht und der Zucker erst dann in den Absinth gegeben. Geraten noch brennende Zuckerstücke in das Glas, besteht die Gefahr, dass sich der darin befindliche Absinth entzündet. Auch hier wird der Absinth in einem Verhältnis von 1:3 bis 1:5 mit Eiswasser vermischt.
Das französische Trinkritual besitzt dagegen eine historisch belegbare Tradition. Absinth wurde im 19. Jahrhundert bis hin zum Verbot zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Frankreich auf diese Weise genossen. Ähnlich wie beim Feuerritual wird der Absinth mit Zucker getrunken. Dazu werden ein oder zwei Stück Würfelzucker auf einem Absinthlöffel platziert und sehr langsam kaltes Wasser über den Zucker gegossen oder geträufelt. Das Mischungsverhältnis liegt bei 1:3 bis 1:5.
Für das Hinzugeben des Wassers kann auch auf eine Absinthfontäne oder einen speziellen Glasaufsatz – das Brouille – zurückgegriffen werden. Bei einer Fontäne wird der Zucker auf dem Absinthlöffel durch einen dünnen Strahl aus den Fontänenhähnen aufgelöst. Das Brouille wird hingegen direkt auf das Absinthglas gesetzt, so dass der Absinth ohne Absinthlöffel zubereitet wird. Durch ein kleines Loch im Glasaufsatz strömt das Wasser in das darunter befindliche Absinthglas.
Nicht ohne Flasche und Korken zu kaufen, da für den Transport notwendig.